(Rezension – Werbung) Career Suicid: Meine ersten dreissig Jahre von Bill Kaulitz

Gebundene Ausgabe: € 22,70
Ebook: € 18,99
Erstveröffentlichung: 01.02.2021
Seiten: 384
Autor/in: Bill Kaulitz
Verlag: Ullstein

 

„Warum liest du diese Biographie?“ war eine häufige Frage, wenn ich erzählt habe, was ich gerade lese. Ja, warum? Weil ich mich einfach gefragt habe, welcher Mensch hinter Bill steckt. Ob er sich hinter diesem extravaganten Sein versteckt und im tiefem seiner Seele unglücklich ist. Ob er wirklich so stark ist, wie manche vielleicht glauben. Ich war und bin nie ein Tokio Hotel Fan gewesen, aber dennoch war ich unheimlich neugierig auf diese schillernde, polarisierende Persönlichkeit!

Einfach hatten es Bill und Tom nie, doch sie hatten immer einander. Teilweise haben mich seine Erfahrungen wirklich erschüttert, waren sie doch teilweise fern von Anstand und Normalität. Dinge, die im Leben von so jungen Menschen nichts zu suchen haben. Auch der frühe Umgang und Kontakt mit Drogen, Alkohol und dergleichen haben mich als Mutter erschüttert. Wünscht man sich doch für seine Kinder nur das Beste. Doch war es für die Jungs einfach ein Weg der Welt zu entfliehen. Auch der Eintritt in die Musikwelt machte es nicht besser. Der ewige Druck, alle Erwartungen zu erfüllen und noch mehr zu erreichen. Dazu die Fans und Hater, die alles andere als gesunde Emotionen für die Band hatten. Ich frage mich immer wieder, wieso Menschen sich manchmal in diesen extremen Emotionen verlieren. Was Menschen dazu antreibt, sich anderen gegenüber so zu verhalten?

Bill flüchtet sich immer wieder in Drogen, Alkohol und zwanglosen Sex und das ändert auch seine Flucht nach Amerika nicht. Ich urteile über niemanden. Bill ist auch nach diesem Buch für mich faszinierend, aber ich hoffe wirklich, dass er diese innere Einsamkeit und dieses Leid, welches er hat, irgendwann mit der wahren Liebe überwinden kann. Er hat es wirklich verdient!

Es war interessant in sein Leben einzutauchen. Das Buch ist schonungslos ehrlich. Bill nimmt kein Blatt vor den Mund und scheint einfach nichts zu verheimlichen. Es ist nichts für schwache Nerven und vielleicht auch nicht für jeden geeignet. Manche möchten dieses gewisse Bild, welches sie von ihm haben, nicht durch die Wahrheit austauschen, deshalb sollten Fans vielleicht zweimal überlegen, bevor sie sich dafür entscheiden!

Einziges Manko der Biographie sind die vielen langen Absätze und die eher kleinere Schrift. Manchmal hat man das Gefühl, es geht gar nichts weiter. Die teilweise vulgäre Ausdrucksweise, die einige bemängeln, beurteile ich nicht, weil es halt sein Stil.

 

 

 

 

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